Ob Fruchtaufstrich, Pesto oder Dip-Sauce, die Produkte der Essendorfer Genussschmelzerei sind nicht mit ihren Pendants aus dem Supermarktregal vergleichbar. Denn hinter jedem Glas aus der Küche der Genussschmelzerei steckt eine besondere Geschichte – und das schmeckt man.

Die Produktliste des Werteproduzenten vom Genusscampus Neuhaus Schliersee liest sich wie ein kulinarisches Reisetagebuch. Egal wo Andreas Essendorfer auch unterwegs ist, seine unbändige Neugierde und der Reiz, ausgefallene Geschmäcker zu entdecken, haben ihn schon in viele Kochtöpfe dieser Welt blicken und interessante Persönlichkeiten kennen lernen lassen. Bei einer dieser außergewöhnlichen Begegnungen entstand die Kreation des Trüffelpestos „Luciano Fabioso“:

Vor drei Jahren reiste Andreas Essendorfer in die Toskana, um dort bestehende und potenzielle Lieferaten zu besuchen. Zwei Italiener, von denen einer eine Pension besaß, in der die Reisgruppe aus Bayern untergebracht war, organisierten den Aufenthalt im Norden Italiens. Auf dem Programm standen diverse Besuche bei Firmen. Die eine produzierte getrocknete Tomaten, die andere Oliven, am prägendsten war jedoch die Besichtigung einer Trüffel-Farm. Am uralt-eingesessenen Betrieb, der sehr groß, sauber und ordentlich war, wurde die Gruppe von einer Italienerin empfangen und in den Besprechungssaal, an dessen Gemäuer große, historische Bilder hingen, geführt. Andreas Essendorfer öffnete dort ein paar seiner mitgebrachten Gläser, damit auch die Gastgeber im Anschluss an die „Führung“ von seinen Pestos probieren konnten. Die Dame, die sehr gut Deutsch sprach, war gerade mitten in ihren Ausführungen, als ein kleiner, alter Herr in weißem Gewand und mit großem Schnauzer im Gesicht den Raum betrat. Ohne den Blick vom Boden abzuwenden, schritt er an allen Anwesenden vorbei – sprach kein Wort und deutete lediglich ein leichtes Nicken an. Die referierende Italienerin stoppte ihren Vortrag und blickte leicht schockiert auf den alten Mann, der sowohl an den Leuten als auch an den mitgebrachten Gläsern der Genussschmelzerei vorbeischwebte.

Der kleine, alte Italiener schwebte in seinem weißen Gewand an den Gläsern und Leuten vorbei

Plötzlich hielt der Mann inne. Ohne sich umzudrehen, schritt der alte Italiener in Richtung der offenen Gläser zurück. Er atmete bewusst und tief ein. Man sah es dem alten Italiener förmlich an, dass er etwas roch, was ihm gefiel. Nun drehte er sich um und fragte, die Gläser meinend, in die Runde: „Von wem stammt das?“.  Andreas Essendorfer ging daraufhin zu ihm. Nach einer kurzen Kommunikation mit Händen und Füßen (beide waren der Sprache des jeweils anderen nicht mächtig) holte der alte Mann Messer und Trüffelreibe heraus. Andreas Essendorfer schaffte sämtliche Pestogläser aus seinem Auto heran und die beiden begannen zu experimentieren. Schneiden, Rühren, Abschmecken, Raspeln, Rühren, Abschmecken. Die gegenseitige Abstimmung erfolgte lediglich durch Kopfnicken und -schütteln. Im Eifer der Kreation eines neuen Pestos vergaßen die beiden die anderen Leute, die das chaotische Rühren beobachteten und nach einiger Zeit verständlicher Weise genervt wirkten. Doch das war in diesem Moment zweitrangig: „Das verstehen die eh nicht“.

Die gegenseitige Abstimmung erfolgte durch Kopfnicken und -schütteln

Nach eineinhalb Stunden war es dann soweit. Ein kurzer, letzter Blickkontakt nach dem finalen Abschmecken und ein synchrones Nicken. Der alte Mann, der, wie sich herausstellte, Luciano hieß, hob die Hände und sagte: „Fabioso!“ Dieser großartige Moment steckt nun in jedem Glas „Luciano Fabioso“ und verdeutlicht: Guter Geschmack braucht keine Sprache!

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