Die närrische Zeit ist zwar eigentlich schon seit 11.11. im Gange, davon merkt man allerdings in der oberbayerischen Alpenregion eher wenig. Auch wenn dann Weihnachten vorbei ist und der Fasching “so richtig” losgeht, ist dieser nicht unbedingt mit Köln oder Mainz zu vergleichen. Dass es trotzdem auch in den bayrischen Bergen narrisch, bunt, fröhlich und ausgelassen zugehen kann, beweisen zahlreiche Veranstaltungen vom Faschingsball bis zum Umzug! Außerdem gibt es ein paar ganz spezielle Faschingsbräuche in dieser Zeit:

1. Maschkera

Die traditionelle Verkleidung “Machkera” in der Faschingszeit kommt ursprünglich vom Brauchtum der Wintervertreibung. Es handelte sich dabei um kunstvolle Holzmasken, die ausschließlich von Männern getragen wurden, zur Unkenntlichmachung verstellten diese zusätzlich ihre Stimmen. Heute bezeichnet man eigentlich alle Verkleideten in der Faschingszeit im bayrischen Sprachraum generell als “Maschkera”, ob Mann oder Frau, als Polizist, Cowboy oder Clown. Diese kommen übrigens am Faschingsdienstag in der Naturkäserei TegernseerLand zusammen. “Narrisch und griabig” geht es beim maskierten Faschingskranzl ab 11 Uhr zu, begleitet von den Musikanten der “Wechsel Partie”. Alle Maschkera sind herzlich eingeladen!

2. Die Bettlhochzeit

Ein weiterer echt-bayrischer Faschingsbrauch ist die “Bettlhochzeit”. Wenn früher über einen längeren Zeitraum keine Hochzeit im Dorf stattfand, dann “bettelten” die Leute förmlich darum. Daher richteten sie in der Faschingszeit eine Hochzeit zwischen zwei möglichst unterschiedlichen Personen aus. Heute dreht man hierfür einfach die Geschlechterrollen um: An diesem Tag sind alle Frauen als Männer und alle Männer als Frauen verkleidet, auch das Brautpaar wechselt die Rollen. In einigen Orten Bayerns hielt sich dieser Brauch, so wie in Miesbach. Der Ablauf ist hier wie bei einer echten Hochzeit strikt durchgeplant: “8:66 Uhr” ist Aufstellung zum “Trauerzug” am Marktplatz, danach findet am Krippenstadl die Trauung mit der ganzen Gesellschaft statt und anschließend geht es zur “Hochzeitsfeier” zum Wirt.
Veranstaltet wird die “Bettlhouzad 2016” am 30.01. vom Trachtenverein Miesbach. Folgender Aushang lädt zur Feierlichkeit am “unteren Markt” ein: “De leitnhaxade, kuglschubsade Tomalia Funknprazlarin vo de Kreizbugladn und da ziznzuzlade Valtl Bluatbanscher vom Botznberg ham si zammado”. Wer das jetzt nicht verstanden hat, sollte sich trotzdem eingeladen fühlen und vor Ort sein Bayrisch schulen.
Wer nach der Hochzeit nicht mehr nach Hause fahren oder sich noch einmal stärken möchte, kann im BEST WESTERN PREMIER Bayerischer Hof Miesbach übernachten oder einkehren.

3. Hoch hinaus: Fasching auf der Hüttn

Eine weitere närrische Besonderheit in der bayrischen Alpenregion sind die Angebote der Skigebiete und Hütten. So gibt es mitten im Skigebiet am Spitzingsee zum Beispiel den mittlerweile legendären “Firstalmfasching”, das “Nostalgie-Skirennen” am Sudelfeld und den “Narrischen Skifasching” am Wendelstein, letzteren allerdings nur mit genügend Schnee (Zum Schneebericht der Region). Weitere Infos zu den Faschingshighlights am Berg gibt es bei der Alpenregion Tegernsee Schliersee.

Diese und andere Faschingsbräuche machen den oberbayrischen Fasching einzigartig und “erlebenswert” – auch wenn die Faschingsumzüge etwas kleiner ausfallen, als in Köln! Hellau!

Gelebte Faschingsbräuche in der Alpenregion, wie hier beim Maschkera-Kranzl in der Naturkäserei