In Deutschland gibt es weit über hundert Freilichtmuseen, allein in Bayern dreißig. Aber dieses eine ist doch irgendwie anders: Das Markus Wasmeier Museum Schliersee, genauer gesagt, das „Das Altbayrische Museumsdorf“. Hier gibt es altes Handwerk, frühere Lebensweisen und jede Menge Ausstellungsstücke zu bestaunen – wie in so ziemlich jedem Freilichtmuseum. Der Reiz des Museumsdorfes von Doppelolympiasieger Markus Wasmeier ist jedoch ein anderer: „Landleben wie es einst war“ – authentisch und erlebbar.

Zimmer eines historischen Gebäudes im Markus Wasmeier MuseumJeder Besuch im Markus Wasmeier Museum in der Heimat der Skifahrerlegende Markus Wasmeier ist anders und das nicht nur wegen der wechselnden Ausstellungen im Eingangsbereich. Im „Dorf“ angekommen, fällt eine Besonderheit schnell auf: Mal wird beim Schmied gehämmert, mal wird Schnaps gebrannt und interessierten Zuhörern dieses hochprozentige Handwerk näher gebracht. Hühner und Gänse huschen zwischen den Beinen des Bäckers durch, der frisch duftendes Brot aus dem Ofen holt. Sepp, der Edelweißschnitzer, sitzt da und bringt mit seinem filigranen Handwerk etwas Ruhe in das Dorfleben rein. In der historischen Schöpfbrauerei wird das gemacht, was man erwartet: Gebraut, und zwar so wie vor dreihundert Jahren in Bayern gebraut wurde! Braukurse sind natürlich auch buchbar, logisch, aber ansonsten lässt sich das selbstproduzierte Bier direkt gegenüber im altbayrischen Wirtshaus genießen.

Markus WasmeierDoch nicht genug, dass hier immer etwas los ist, sorgt ein straffer jährlicher Veranstaltungskalender noch dafür, dass überhaupt keine Ermüdungserscheinung droht. Schmiedetreffen, Highlandgames, Bauerngartentage, Zithertreffen, Erntedankfest, Kasperltheater und das Weißwurstfrühstück jeden ersten Sonntag im Monat.

Wasmeiers Weihnachtsmarktl am dritten Adventswochenende gehört mittlerweile zu den schönsten Christkindlmärkten in Oberbayern und erfreut sich zahlreicher Besucher.

Verstaubte Schaufensterpuppen mit Dreschflegel hinter einer roten Samtkordel sucht man hier vergeblich. Am alten Backofen kann man sich die Finger verbrennen und beim Schnapsbrenner reicht schon ein tiefer Atemzug, um nicht mehr fahrtüchtig zu sein. Lebendig ist es halt hier. Man sieht kein Landleben wie es einst war, man erlebt es.

Ach ja, der Museumsshop… Hier gibt es natürlich alles was das Herz begehrt: Bücher, Postkarten, selbstgemachte Marmeladen und Sirup, Bajuwarensalze und vieles mehr. Aber vor allem gibt es hier unter dem Siegel „Hoamat Bayern“ alles, was hier in mühevoller Handarbeit hergestellt wurde, vom Museumsbier über das hölzerne Edelweiß.

Gegründet wurde das Markus Wasmeier Museum übrigens 2007 vom zweifachen Olympiasieger und Skiweltmeister Markus Wasmeier höchstpersönlich. Er ist angetreten, das „kulturelle Erbe zu pflegen und zu bewahren“. Wasmeier wusste, was er tut, als er begann, alt-ehrwürdige Bauernhäuser abzutragen und hier oberhalb des Schliersees wieder aufzubauen, er selbst ist gelernter Maler, sein Vater Lüftlmaler und Restaurator. Das ganze mit (Land-)Leben zu erfüllen, bedarf täglicher Arbeit, Begeisterung und viel Liebe zum „kulturellen Erbe“.

Oft kann man Markus Wasmeier in seinem Museumsdorf am Südufer des Schliersees persönlich treffen, beispielsweise wenn er Zäune baut oder gerade dabei ist seine Wollschweine zu füttern.

Kontakt:
Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee I office@wasmeier.de I +49 8026 929220
Brunnbichl 5 I 83727 Schliersee/ Neuhaus I www.wasmeier.de

Öffnungszeiten: 1. April bis ersten Sonntag im November, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Sepp, der Edelweißschnitzer bei der Arbeit

Originale Gerätschaften aus dem Markus Wasmeier Museum

Wie früher bei Oma - original urbayrische Einrichtung im Markus Wasmeier Museum